Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften

Motivation

Viele unterschiedliche Menschen, einige haben Behinderungen (z. B. Seh- oder körperliche Beeinträchtigungen), einige benutzen unterstützende Technologien (z. B. einen Rollstuhl, Hörgeräte oder ein Smartphone), stehen um den Kreis der Informatikmodellierung. Im Inneren des Kreises befinden sich viele verschiedenfarbige geometrische Objekte. Dies bedeutet, dass alle in die Auseinandersetzung mit informatischer Bildung einbezogen werden müssen. Außerdem beinhaltet der Prozess des Modellierens in der Informatik, Phänomene wie unterstützende Technologien zu verstehen, damit zu interagieren und sie zu gestalten.

Informatik ist ein notwendiger Bestandteil der allgemeinen Bildung. Inklusion ist Realität an Schulen geworden und es gibt aktive Forschung dazu, wie Unterrichtsinhalte der Informatik für Schüler*innen, die behindert werden, zugänglich gemacht werden können.

Das Ziel ist es, den Übergang von der Wahrnehmung der individuellen Unterschiede einiger Schüler*innen hin zur Anerkennung der Vielfalt aller Lernenden […] zu gestalten und eine barrierefreie Lernumgebung zu schaffen, die den individuellen Bedürfnissen aller Lernenden gerecht wird (vgl. Galkiene und Monkeviciene 2021, S. 9).

Methodik

Es ist notwendig, Inklusion (auch) aus einer fachspezifischen Perspektive zu erforschen. Jedes Fach hat seine eigenen besonderen Anforderungen und Herausforderungen. Inklusiver Informatikunterricht benötigt eine fachdidaktische Perspektive, um den informatikspezifischen Herausforderungen zu begegnen. Wie können Bedingungen für eine inklusive Gestaltung von Informatikunterricht geschaffen werden?

  • Zielvorstellung: Alle Lernenden können am Informatikunterricht teilhaben und entsprechend ihrer Talente gefördert werden.
  • Gelingensbedingungen: Es gibt kein klares, einheitliches Konzept dafür, wie schulische Inklusion gelingen kann: Durch unterschiedliche Vorstellungen, Erfahrungen und Kompetenzen entstehen gemeinsam, interdisziplinär und kooperativ Perspektiven zur Gestaltung.
  • Perspektive(n): Bestehende Konzepte sowohl aus fachdidaktischer als auch (sonder)pädagogischer Sicht ermöglichen durch kooperative Ausgestaltung inklusiven Informatikunterricht.

Unterstützung von Lehrkräften

Einige Erwachsene arbeiten um ein großes Blumenbeet herum. Dort sind alle Blumen mit den Farben des vorherigen Bildes (Kriterien für die Unterrichtsgestaltung nach UDL). Die verschiedenen Menschen (z. B. sitzt einer im Rollstuhl, einer hat eine Sehbehinderung, einer hat eine Körper Körperbehinderung) erledigen alle verschiedene Aufgaben, um sich um die Blumen zu kümmern. Einige gießen die Blumen, einige arbeiten direkt mit den Blumen, einer scheint über Gartenarbeit zu lesen. Zusammenfassend kann man sagen, dass viele Menschen daran arbeiten, den Informatikunterricht barrierefrei und inklusiv zu gestalten, indem sie ihre individuellen Kompetenzen einbringen.

Kriterien für die Unterrichtsgestaltung

Ein Lehrer schenkt den Schülerinnen und Schülern Blumen. Die Blumen haben alle unterschiedliche Farben und Formen. Einige Schülerinnen und Schüler haben bereits Blumen in der Hand, einige Blumen stehen in einer Vase auf einem Tisch in der Mitte. Die Schülerinnen und Schüler sind unterschiedlich (z. B. hat einer eine Hörbehinderung, einer scheint kognitive Probleme zu haben, einer hat eine körperliche Beeinträchtigung). Die Farben der Blumen werden als die vielfältigen Möglichkeiten der (A) Darstellung (visuell, auditiv, verständlich), (B) des Ausdrucks (taktil, barrierefrei, differenziert) und (C) des Engagements (motivierend, kooperativ, sinnstiftend) beschrieben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Lehrkraft für ein pädagogisches Umfeld sorgt, indem sie die Hinweise des Universal Designs for Learning (UDL) berücksichtigt.

Aktive Ausgestaltung

Seminar zu Inklusion und Informatikunterricht

Durch verpflichtende Anteile von Informatik in der Grundschule und der Sekundarstufe I gewinnt Inklusion als Gestaltungsaufgabe innerhalb des Fachs Informatik zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen des jährlich stattfindenden Seminars zur Didaktik der Informatik gestalten wir daher eine Themensitzung mit dem Schwerpunkt »Inklusion und Informatikunterricht«. Um die Sitzung fach- und sachkundig durchführen zu können, erhalten wir Unterstützung von geladenen Gästen.

Veröffentlichungen

Hilbig, A. (2025). "Barrieren im Informatikunterricht identifizieren und auflösen" , NakoDI -Nachwuchskonferenz der Didaktik der Informatik , Morschach, Schweiz ,2022. DOI: 10.18420/nakodi2022_08

Hilbig, A. (2022). "Diversität im Informatikunterricht als Gestaltungsaufgabe der Fachdidaktik" , 10. Münsteraner Workshop zur Schulinformatik , Münster.

Workshops

Hilbig, André & Schmitz, Denise (2025). Inklusion als Unterrichtsgegenstand aus informatischer Perspektive thematisieren. Workshop für den 21. Informatiktag der Fachgruppe Informatische Bildung in NRW der GI.

Hilbig, André & Schmitz, Denise (2025). Barrierefreiheit in Dokumenten für Forschung und Schule praktisch umsetzen. Workshop für den 21. Informatiktag der Fachgruppe Informatische Bildung in NRW der GI.

Hilbig, André & Federer, Franca (2024). Informatikunterricht für alle Schülerinnen erfolgreich gestalten – mit und ohne Förderschwerpunkt. Workshop für den 20. Informatiktag der Fachgruppe Informatische Bildung in NRW der GI.

Hilbig, André (2023). Informatikunterricht für alle Schülerinnen erfolgreich gestalten – mit und ohne Förderschwerpunkt. Workshop für die Herbsttagung des Landesverbands Nordrhein des Deutschen Vereins zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts.

Studentische Arbeiten

Funk, Jack (2024). Informatikdidaktische Einordnung und Umsetzung informatischer Modellierungskonzepte für inklusiven Informatikunterricht. Bachelorthesis.

Kohl, Matthias (2023). Informatikunterricht inklusiv gestalten – Entwicklung sensorisch parallelisierten Materials zur Kryptologie. Masterthesis.

Kontakt

Für Fragen, Anregungen oder einfach nur Austausch zum Forschungsgebiet können Sie gerne André Hilbig kontaktieren.